Eine gründliche Baustellenbegehung braucht ein systematisches Vorgehen. Diese Checkliste deckt die wichtigsten Bereiche ab, die Sie bei einem Termin auf der Baustelle prüfen sollten. Passen Sie sie an Ihre Projektart und die örtlichen Vorschriften an.
Tipp: Nutzen Sie diese Checkliste zusammen mit einer App zur Fotodokumentation. Fotografieren Sie zu jedem Punkt den Zustand und verorten Sie das Foto im Grundriss. So entsteht eine vollständige Dokumentation, aus der Sie mit einem Tippen einen professionellen Bericht erstellen.
Vorbereitung der Begehung Leistungsumfang, Leistungsverzeichnis und Pläne durchsehen
Frühere Prüfberichte und offene Punkte prüfen
Grundrisse in die Begehungs-App laden
Smartphone/Tablet laden und Kamera testen
PSA mitnehmen (Schutzhelm, Warnweste, Sicherheitsschuhe, Schutzbrille)
Zutrittsberechtigung und Ansprechpartner vor Ort bestätigen
Wettervorhersage für Arbeiten im Freien prüfen
Arbeitssicherheit auf der Baustelle Bauzaun und Beschilderung vorhanden
Zugänge kontrolliert und gesichert
Beschäftigte tragen die vorgeschriebene PSA
Gerüste fachgerecht aufgebaut, mit Seitenschutz
Baugruben ordnungsgemäß verbaut oder geböscht
Absturzsicherung bei Arbeiten in der Höhe vorhanden
Feuerlöscher zugänglich und geprüft
Erste-Hilfe-Kasten vorhanden und vollständig
Notausgänge und Fluchtwege frei und gekennzeichnet
Baustromverteiler verschlossen und beschriftet
Ordnung und Sauberkeit – Verkehrswege frei von Material und Schutt
Gefahrstoffe ordnungsgemäß gelagert und gekennzeichnet
Befunde im Grundriss verorten Nacharbeiten als Aufgaben verfolgen Tragwerk & Gründung Fundamente und Kellerwände – Risse, eindringendes Wasser, Flucht
Stahlbau/Stahlbeton – Anschlüsse, Schweißnähte, Bewehrungslage
Tragende Wände – lotrecht, waagerecht, ausreichend ausgesteift
Decken – Durchbiegung, Ebenheit, Durchbrüche abgedichtet
Dachtragwerk – Konstruktion, Schalung, Anschlüsse und Verwahrungen
Dehnfugen – fachgerecht ausgeführt, nicht zugesetzt
Abdichtung gegen Feuchtigkeit und Wasser – durchgängig, unbeschädigt
TGA (Haustechnik: Lüftung, Elektro, Sanitär) Lüftungskanäle – dicht, gedämmt, ausreichend befestigt
Elektroinstallation im Rohbau – Leitungsquerschnitte, Dosenbelegung, Erdung
Verteilerbelegung stimmt mit den Plänen überein
Sanitär – Gefälle, Verbindungen, Ergebnisse der Druckprüfung
Brandschutz – Sprinklerköpfe, Rohrhalterungen, Abdeckung
Dämmung – lückenlos, ohne Fehlstellen, geforderte Dämmstärke/U-Wert eingehalten
Regelung und Thermostate – Lage, Verdrahtung, Programmierung
Fassade & Gebäudehülle Fassadenbekleidung – Flucht, Befestigung, Fugenabdichtung
Fenster und Türen – lotrecht, waagerecht, Anschlüsse, Dichtungen
Dach – Abdichtung, Anschlüsse, Entwässerung, Durchdringungen abgedichtet
Geländemodellierung und Entwässerung – Gefälle vom Gebäude weg, Abläufe frei
Pflaster und Gehwege – Gefälle, Fugen, Barrierefreiheit (DIN 18040)
Außenanlagen – Bewässerung, Bepflanzung gemäß Leistungsverzeichnis
Innenausbau Trockenbau – Spachtelung, Fugen, keine sichtbaren Mängel
Malerarbeiten – Deckkraft, Farbton, keine Läufer oder Fehlstellen
Bodenbeläge – eben, fest verklebt, saubere Übergänge
Decken – Platten ausgerichtet, Unterkonstruktion waagerecht, keine Flecken
Leisten und Schreinerarbeiten – dichte Fugen, saubere Oberfläche
Beschläge – Türen fallen ins Schloss, Schlösser funktionieren, Griffe fest
Arbeitsplatten und Einbauschränke – waagerecht, befestigt, unbeschädigt
Dokumentation & Abschluss Alle Fotos mit Ort, Kategorie und Notizen versehen
Fotos im Grundriss verortet, damit die Lage eindeutig ist
Mängel mit Schweregrad und verantwortlichem Gewerk erfasst
Punkte der Mängelliste mit Vorher-Fotos dokumentiert
Bericht erstellt und an alle Beteiligten verteilt
Termin für die Nachbegehung vereinbart, falls erforderlich
Sicherheitsbeobachtungen an die Bauleitung weitergegeben
Aus Ihrer Dokumentation einen vollständigen Prüfbericht erstellen Anpassung an verschiedene Projektarten Wohnungsbau: Schwerpunkt auf Innenausbau, Haustechnik (Heizung/Lüftung, Sanitär, Elektro) und optischen Punkten, auf die Käufer achten.
Gewerbebau: Ergänzen Sie Barrierefreiheit, Brandschutzanforderungen, Aufzugs- und Fahrtreppenanlagen sowie die Ausbauvorgaben der Mieter.
Infrastruktur: Ersetzen Sie die Abschnitte zum Innenausbau durch Erdarbeiten, Entwässerung, Leitungsbau, Straßenbau und Umweltauflagen.